Dehli – gefällt mir!

erstellt am: 08.03.2012 | von: h.quadt | Kategorie(n): Reisen
Geschäft in Neu Dehli - traditionelle moderne Mode

Warum? Der Verkehr ist chaotisch, das ständige Hupen gewöhnungsbedürftigt, die Luft ist schlecht, vielerorts findet man Müll und Unrat auf den Straßen und das soziale Elend ist auch nicht zu übersehen. Und trotz alledem, eine faszinierende Stadt, die von Tag zu Tag größer wird und immer mehr Menschen anzieht.

Erstaunlich wie grün die Stadt ist, überall gibt es Planzen, Bäume, Sträucher und viele Blumentöpfe auf den Balkonen und Terrassen, dadurch wird vieles Unansehnliche verdeckt und lässt die Stadt gleich freundlicher erscheinen. Die Geschichte hat vielerorts ihr Spuren hinterlassen und es gibt eine  Reihe von Plätzen, die sich aufzusuchen lohnen. Die religiöse Vielfalt in Indien hat viele Tempel und Moscheen hervorgebracht, die in allen Stadtteilen zu finden sind. Neben den klassischen Highlights des Sightseeings, sind es aber die kleinen Gassen und Straßen, mit verschiedensten Geschäften und Läden, aller Branchen, sowie den Cafe´s und Restaurant´s, die man nicht immer auch den ersten Blick erkennt und entdeckt, die die Stadt so interessant und schon fast wieder abenteuerlich machen.

Das was in Europa langsam, aber sicher verschwindet oder schon überall ähnlich aussieht, hat hier den Anschein, doch noch irgendwie anders zu sein. Z.B. ein Buchladen, kennt man bei uns Buchhandlungen, in denen die Bücher schön präsentiert und geordnet in den Regalen stehen, und man sich manchmal fragt, ob überhaupt noch Bücher gehandelt werden und nicht schon alle anderen Dinge des tägl. Lebens, findet man hier Läden, die mit Bücher bis unter die Decke vollgestopft sind, und außerdem so aussehen, als wären sie alle schon mal gelesen worden. Indien ist das Land mit den meisten Neuerscheinungen an Buchtiteln überhaupt. Anscheinend wird viel gelesen, obwohl viele gar nicht lesen können. Aber bei soviel Sprachenvielfalt kommt schon was zusammen.

Kulinarisch gesehen habe ich lange nicht mehr so gut gegessen wir hier. Es wird überall  mit frischen Zutaten gekocht und gebacken, was man auch gleich schmeckt. Auf den Straßen sieht man alle paar Meter Händler mit Obst u. Gemüsekarren, die ihre Waren anbieten, sowie kleine transportable Kochstände, an denen sich die einfachen Leute von der Straße verköstigen. Das Essen sah meistens wirklich appetitlich aus. Allerdings hat mich da meine Abenteuerlust verlassen und ich habe es nicht probiert. Leider habe ich  von zu vielen Fällen gehört, die es in Indien  übel erwischt hat. Hält man sich an die Regeln (Wasser nur aus Original Flaschen und nichts, das mit Leitungswasser gewaschen wurde, wie Salat u. manches Obst) stehen die Chancen jedoch recht gut nicht krank zu werden. Aber da sollte man wirklich sehr vorsichtig sein, und im Zweifel lieber auf etwas verzichten, auch wenn es noch so verlockend aussieht.

Dafür habe hier  in Cafe´s Kuchen gegessen, der in Deutschland nicht hätte besser sein können, feinsten Tee und Kaffee getrunken, in Restaurants vorzügliche indische Küche genossen, in nettem Ambiente verweilt und interessante Menschen gesehen und kennengelernt. Ich war allerdings nicht als normale Touristin unterwegs, sondern mein Aufenthalt hat vorwiegend berufliche Gründe. Gewohnt habe ich bei indischen Geschäftspartnern, die auch gute Freunde sind. Das hat mir natürlich die Möglichkeit eröffnet, den normalen Alltag in Indien zu erleben, und die Gelegenheit Orte zu besuchen, ob  Geschäfte oder Gastronomie, die nicht im Reiseführer stehen. Das ist immer die beste Art ein Land kennenzulernen. Was auffällt ist, das ein Großteil der Bevölkerung, junge Menschen sind, ganz anders wie bei uns in Europa, wo man doch schon die Überalterung der Bevölkerung deutlich sehen kann. In meinem Reiseführer stand, entweder man sagt „Indien immer wieder“ oder „Nie wieder“. Ich würde sehr gerne wieder kommen und mehr vom Land sehen.

 

 

 

 


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