Schreiben mit eigener Feder – Wie lange noch?

erstellt am: 20.07.2012 | von: h.quadt | Kategorie(n): Allgemein, Lifestyle, Reisen
Via della Maddalena, 41

Was schreibt man heute eigentlich noch auf Papier? Einen Einkaufszettel, Glückwunschkarten, Liebesbriefe, Spiekzettel für die Klassenarbeit. Ja, auch in diesem Bereich kommt das Mobil-Phone immer öfter zum Einsatz. Man ist es auch schon gar nicht mehr gewohnt, etwas mit der Hand zu schreiben. Wenn manche Wörter dann doch mal zu Papier kommen, schleicht sich Unsicherheit ein. Sieht irgendwie komisch aus. Ob die Rechtschreibung stimmt, fragt man sich. Jetzt im Wörterbuch nachschlagen, wie lästig. Und wie sieht die Schrift aus, lesen kann man sie, aber doch krakelig und ungelenk.

Da fallen mir dann, die alten Dokumente und Schriftstücke ein, die ich zuletzt in der Ausstellung, Lux in Arcana, in den Capitolinischen Museen, des Vatikan in Rom, gesehen habe. Was immer auffällt sind diese, wunderschönen Handschriften. Wie gemalt. Das erweckt bei mir den Eindruck, dass man sich beim Schreiben sehr viel Zeit gelassen hat. Je nachdem wurden die Schriftstücke auch noch mit Zeichnungen verziert. Da stellt man fest das Schreiben auch Kunst ist. Wie schön ist es doch, dass einige davon viele Jahrhunderte erhalten geblieben sind. Bis heute.

Heute schreiben wir schnell mit dem Computer und hoffen auch, dass es erhalten bleibt und nicht in den Universen der Dateien, verschollen geht. Dafür versenden wir unsere Mitteilungen  sekundenschnell, um die ganze Welt. Zwar nicht mit liebevoll ausgewählten Briefmarken und auf handgeschöpften Briefpapier. Aber so war es schon immer, die Dinge kommen und sie gehen. Wenn etwas immer seltener wird, finden sich Liebhaber, die versuchen, sie zumindest eine Zeit lang, zu bewahren.

Ich habe nie gerne geschrieben. Das lag wahrscheinlich daran, dass die Rechtschreibung selten auf meiner Seite war und schön war es schon gar nicht. Dafür gab es mal eine eigene Schulnote. Ebenso wie für Benehmen. Heute ist beides abgeschafft.

Wenn überhaupt, habe ich am liebsten mit einem Füller und Tinte geschrieben. Ich besitze auch noch meinen ersten Schulfüller, von Pelikan, in blau. Immer öfter nun kaufe ich, schöne Hefte, Notizbücher, Briefpapier und sogar Zeichenblöcke. Ich ertappe mich sogar bei dem Gedanken mir einen wirklich besonderen Füller zuzulegen, wenn ich auch noch nicht genau weiß, was ich damit zu Papier bringen will.

Bei meinem Aufenthalt in Rom, fiel mir sofort ein Geschäft auf. Cartoleria Pantheon, gegründet 1910, in der Via della Rotonda, 15, am Pantheon. www.pantheon-roma.it. Ein Laden in dem es noch alles gibt, was man zum Schreiben braucht. Angefangen von Feder und Tinte, bis zum handgeschöpften Amalfi Papier, über selbstgefertigte, in Leder eingebundene Notizbücher, wunderschönes Geschenkpapier und vieles mehr, gefertigt in Italien.

Ursprünglich war es ein Geschäft mit Schreibutensilien für Schüler. Noch heute befindet sich über dem Laden eine Schule. Aus einem wurden drei Geschäfte. Mit wunderschöner, alter Einrichtung, an der  Piazza Navona 42  und der Via della Maddalena 41.

Wenn Sie jetzt wissen wollen, was ich gekauft habe, denn das stand außer Frage. Dann schauen Sie die Bilder genau an. Es ist ein Notizbuch, aus Leder von Hand gefertigt und mit handgeschöpften Amalfi Papier. Dieses Papier fand seinen Weg aus Arabien nach Italien. Im Jahr 1289 wurde es erstmals erwähnt. Ein Papier, gefertigt aus Baumwolllappen. Und diese Besonderheit ist bis heute erhalten geblieben. Das Amalfi Papier ist ein Baumwollpapier, von höchster Qualität.

Vielleicht wird es mein Reise Notizbuch. Ich könnte es auch verschenken. Nein, sicher nicht. …………Reise  Notizbuch!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Kommentar schreiben

Kommentar


Kommentare

Netzwerke