Torrone – Weißer Nougat – Türkischer Honig…..süss & lecker

erstellt am: 03.12.2012 | von: h.quadt | Kategorie(n): Allgemein, Food, Reisen
Fertige Torrone

Torrone kenne ich schon seit meiner Kindheit. Eine Süssigkeit die es meistens in der Weihnachtszeit gab, obwohl sie nicht zu den regionalen Spezialitäten in Deutschland gehörte. Dann geriet sie etwas in Vergessenheit. Mit der Renaissance der Schokolade und den dazugehörigen Geschäften, findet man dort auch immer wieder Torrone. Sie kommt aus den Mittelmeerländern häufig aus Spanien, Italien, Frankreich und natürlich der Türkei. Dort ist sie auch unter der Bezeichnung türkischer Honig bekannt und würde früher von den Haremsdamen sehr gerne gegessen.

Die Torrone besteht immer aus einer Mischung von sehr viel Nüssen, wie Mandeln oder Haselnüssen, Eiweiß, Zucker und viel Honig. Es gibt sie in zwei Varianten: der weichen, leicht zähen Masse(Morbidi) oder der absolut harten. Beides ist nicht ganz unproblematisch für unsere Zähne. Die harte Torrone hat schon manchen leicht morschen Zahn zerspringen lassen und die weiche zieht einem schnell, die nicht mehr so guten Füllungen aus den Zähnen. In beiden Fällen freut sich der Zahnarzt. Ich liebe beide Sorten, allerdings bin ich heute vorsichtig beim Genuss. Vor allem die harte Torrone, teile ich vorher mit dem Messer in kleine Stücke und versuche nicht mehr, sie einfach zu zerbeißen.

In Spanien wird besonders in der Vorweihnachtszeit in vielen Dörfern Cataloniens, Torrone hergestellt. Kurz vor Weihnachten wird sie dann überall in Barcelona verkauft. Klassisch sind Verkaufsstellen, in den Hauseingängen der alten eleganten Jugenstilhäuser in der Innenstadt. Und zwar dort, wo die Concerge früher und teilweise noch heute, ihren kleinen Raum hat, von dem aus sie jedes Kommen und Gehen im Haus, überwacht. Im Vorbeigehen sieht man kleine Türme, aus großen Blöcken von Torrone, in verschiedenen Sorten und Geschmacksrichtungen.

Für mich kommt die beste Torrone aus Italien. Hier wurde sie  erstmals in Kampanien, einer Region in Süditalien, zur Zeit der Römer und Griechen, erwähnt. Dort hat man die Torrone auch „erfunden“. Später gelangte sie dann nach Spanien und in die anderen Mittelmeerländer. Die Menschen waren immer sensibel für süsse Speisen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Honig, Nüsse und Eier waren Zutaten, die immer schon zur Verfügung standen. Es musste nur jemand das Rezept erfinden. Da Süsses immer sehr stimmulierend auf das menschliche Gehirn wirkt, hatte die Torrone sehr schnell den Ruf eines Aphrodisiakums.

Als ich vor einiger Zeit in Kampanien war (siehe meinen Bericht über eine Olivenölmühle) , hatte ich die Gelegenheit mir einen Betrieb anzuschauen, der Torrone herstellt.  „Vincenzo Di Iorio“, in Dentecane, ein Produzent mit langer Tradition,  der schon seit 1750 besteht und seine Produkte in die die ganze Welt liefert.

Es ist ein kleines Familienunternehmen, das Qualität und nicht Masse herstellt. Unter der Verwendung von besten Zutaten. Nur die hochwertigsten Nüsse und der beste Honig, sowie Schokoladen und andere Zutaten werden hier verarbeitet. Heute nennt man das Slow Food, wenn Zutaten ausschließlich aus dem eigenen Land oder der Region kommen, wie Mandeln aus Apulien, Haselnüsse und feinster Honig von den Hügeln Italiens.Die Torrone wird nach alten Rezepten und seit Jahrhunderten überlieferten  Techniken hergestellt werden. Eine langsame Verarbeitung (16 Stunden Kochzeit der Torrone) von Hand, garantiert ein Produkt von hohem Qualitätsstandart und unvergleichlicher Güte.

Der Anteil an Mandeln und Haselnüssen ist nie weniger als 50%, der Honig ist von höchster Qualität, ebenso wie die Schokolade und eine ausreichende Ruheszeit sind Bedingung für ein Torrone Qualitätsprodukt italienischer Herkunft.

Die Torrone von Di Iorio hat im Laufe der Jahre schon viele Preise und Auszeichnungen bekommen. Es waren viele Artikel in der Presse über das Unternehmen und ihre Produkte zu lesen. Heute in Zeiten der Wirstschaftskirse findet dieses Produkt immer noch guten Absatz und hat weltweit ein hohe Nachfrage. Qualität zahlt sich letztendlich doch aus.

Ich habe mich sehr gefreut diesen Betrieb besuchen zu dürfen, zumal die Inhaber sehr offen und freundlich sind. Ich durfte und musste alles probieren, es war schon fast wie im Schlaraffenland. Leider ist bei diesen süßen Sachen der Sättigungsgrad sehr schnell erreicht. Wen ich mir heute die Fotos anschaue, habe ich sofort wieder den leckeren Duft nach Nüssen und Honig in der Nase. Noch habe ich eine Tafel Torrone im Schrank liegen.

Vincenzo Di Iorio, Via Roma 145, Frazione Dentecane, 83030 Pietradefusi AV, Italy

www.torronediiorio.com

 

 

 

 

 

 

 


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